Maifliege 2018… mit Fantasie zum Erfolg

Die Maifliegenzeit ist für mich persönlich jedes Jahr wieder ein Höhepunkt der Fliegenfischersaison. Während eines großen Maifliegenschlupfs kommen viele (und vor allem auch große) Forellen gerne an die Wasseroberfläche um da die proteinreichen, schlupfenden Maifliegen zu nehmen. Es ist immer wieder ein fantastisches Schauspiel, dass das Herz eines jeden Fliegenfischers höher schlagen lässt. Auch in diesem Jahr war ich wieder am bekannten, und für Maifliegen extrem guten, Karstfluss Wiesent in der Fränkischen Schweiz unterwegs.

Die Fischerei war dieses Jahr extrem schwierig. In den letzten 10 Jahren war es eigentlich noch nie so schwierig als in diesem Jahr. Normalerweise findet der große Maifliegenschlupf von Anfang bis Mitte Juni statt. Nicht in diesem Jahr: die ersten Maifliegen wurden schon am 10. Mai gesichtet und der Schlupf ist nie so intensiv gewesen, als man es aus den vergangen Jahren gewohnt war. Welche Gründe es dafür gegeben hat, lässt sich schlecht einschätzen, aber wie es scheint sind die höheren Temperaturen im Frühjahr eines der Hauptgründe. Weiter macht sich auch hier – leider – der Rückgang des Insektenlebens, wie an vielen deutschen Flüssen, bemerkbar.

48er Bachforelle aus der Wiesent: fett, satt und voller Maifliegen…

48er Bachforelle aus der Wiesent: fett, satt und voller Maifliegen…

Trotz allem ist die Fischerei mit Maifliegen an der Wiesent nach wie vor sehr schön, auch wenn es schwieriger ist. Der Fliegenfischer wird in dem Moment aufgefordert anders vorzugehen und die Strategie deutlich anzupassen. Die ersten 10 Tage des Monats Juni sind normalerweise die besten Tage. In diesem Jahr war es jedoch tagsüber extrem warm und Forelle und Co. zeigten kaum Interesse an den „Segelschiffen“ die oben auf der Wasseroberfläche präsentiert wurden. Viele Fische ließen die leckeren Häppchen an sich vorbei gehen und nur sparsam wurden Aufsteiger genommen.

Erst am Abend, so ab 18 Uhr, wurden die Fische einigermaßen aktiv. Vorher war kaum etwas los. Der Schlupf fing gegen 18 Uhr langsam an, bevor diese dann von ca. 19 bis 20.30 Uhr ihren Höhepunkt erreichte. Das war die Zeit wo die Trockenfliegen genommen wurde. Man musste sich also eine Strategie zurecht legen. Tagsüber und am frühen Abend mit Aufsteiger. French Partridge und Gosling, einigermaßen aktiv angeboten, brachten Fische ans Ufer. Während des Schlupfes dann extra große Maifliegen (Hakengröße 8), womit bessere Fische selektiert werden konnten. Normal dauert ein Abendschlupf fast immer bis zur Dunkelheit, aber in diesem Jahr waren die Fische in der letzten Stunde nicht sehr aktiv mehr und musste man wieder auf kleinere Muster, wie eine French Partridge auf Hakengröße 12 oder sogar 14, oder auf eine Hässliche (La Peute) umschalten.

Es gab jedoch eine Ausnahme, die ich eher per Zufall entdeckte. An den ersten Tagen fischte ich an meiner Lieblingsstrecke der Sachsenmühle und speziell am großen Stau. Auch hier gestaltete sich die Fischerei eher schwierig. Am Ende einer meiner Schichten, so könnte man es fast nennen, traf ich auf einen Kollegen aus der Schweiz, der es als einziger von 7 Anglern fertig gebracht hatte mehrere schöne Fische zu fangen. Es wundert nicht, dass man im Gespräch schon schnell zum Thema „welche Fliege“ kommt. Wie sich heraus stellte, hatte er einen speziellen Aufsteiger gefischt. Nachdem er mir die Fliege gezeigt hatte und ich schnell ein Bild davon gemacht hatte, setzte ich mich am Abend noch an den Bindestock und band einige dieser Fliegen nach.

Auf den ersten Blick sah die Fliege wie eine „Fun-“ oder „Fantasiefliege“ aus. Wie sich jedoch in den Tagen danach herausstellte, zeigte sich dieses Muster als sehr effektiv, und wurde trotz heiklem Verhalten von den Fischen – auch von größeren Exemplaren – genommen. Dass man des öfteren Fehlbisse von den kleineren Fischen bekam, musste man in Kauf nehmen.

Auf dem Bild seht Ihr den „Swiss Special Emerger“, wie ich die Fliege jetzt mal genannt habe.

Ein besonders fantasievoller, aber fängiger Aufsteiger

Haken: Daiichi 1280 in Größe 8, Körper: olivfarbenes oder braunes Dubbing mit einigen Wicklungen eines Streifen Krystalflash. Oben auf dem Hakenschenkel ein Teil Polygarn, womit aus einem kleinen Strang Schwanz und Flügel gemacht werden und zum Abschluss eine horizontale Grizzlyhechel (im Parachutestil gebunden). Farbe Polygarn: weiß oder creme.

In meiner nächsten Maifliegensaison werde ich mit Sicherheit mehrere dieser „Fun-Aufsteiger“ in meiner Fliegenbox bereit halten. Es ist jedoch nicht gesagt, dass diese von den Fischen dann auch wieder gut angenommen werden. Ich hege die Hoffnung, dass die Trockenfliege dann wieder an erster Stelle auf dem Menü der Forellen steht, denn das ist nach wie vor während der Maifliegenzeit die schönste Art des Fliegenfischens.

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