Der Maifliegentraum… 2 Ausflüge an die Wiesent

Ein Beitrag von Jan Aben Sr.

In diesem Jahr bin ich 2 Mal an die Wiesent in der Fränkischen Schweiz gefahren. Es ist wie ein Los beim Lottospielen, den richtigen Moment zu treffen, um den Schlupf der Maifliegen zu erwischen. Ich brauche niemandem erklären, dass die Wetterbedingungen der Grund dafür sind. Das heißt aber nicht, dass das Wetter immer schön sein muss. Gerade wenn es bedeckt und manchmal regnerisch ist, gibt es die besten Hatches. Es ist also aufs Geratewohl…

Die Wiesent... ein echtes Maifliegengewässer
Die Wiesent... ein echtes Maifliegengewässer

Bei meinem ersten dreitägigen Besuch in der zweiten Juniwoche war die erste Hochphase der Maifliege schon vorbei. Es waren aber trotzdem viele da und die Ergebnisse waren gewiss nicht schlecht. Ich erzielte direkt mein Wiesentrekord mit einer 52er Bachforelle. Ich hatte selber Maifliegen gebunden (siehe auch den Beitrag „Maifliege… die letzte?“), trocken (mit CDC-Flügel und Foam) wie auch Emerger. Meine Facebook-Freunde Ralf Holzhäuser und Jörg Schreier, fast täglich an der Wiesent zu finden, erzählten mir, dass sie vor allem mit traditionellen Nassfliegenmustern gefangen hatten. Gosling und French-Partridge sind Maifliegen aus der irischen Tradition und sind uns eigentlich mehr bekannt als Fliegen, die beim Lough Style Fischen eingesetzt werden. Diese Fliegen, gebunden auf Hakengröße 10, erwiesen sich aber auch an der Wiesent als sehr fängig. Die einfache Erklärung: während der ersten Periode wo die Maifliegen massenhaft schlüpfen, fressen die Forellen sich voll und werden zunehmend wählerisch bei der Auswahl ihrer Beute. Auch erscheinen die in der Oberfläche hängenden Nassfliegen, die dann eigentlich mehr Emerger sind, vor allem wenn man sie noch etwas Leben einhaucht, attraktiver als die Duns die sich oben auf dem Wasser befinden.
Wie dem auch sei, ich hatte kaum Nassfliegen mit und fischte daher meine Trockenfliegen. Auffällig war wohl dass ich vielleicht weniger Fische fing wie Ralf und Jörg, dafür aber größere.

Nach meiner Heimkehr beschlich mich das Gefühl den richtigen Moment verpasst zu haben. Meine Frau ermutigte mich doch noch mal zu fahren (wie viele Ehefrauen würden das tun…?). Das lies ich mir nicht 2 mal sagen und so fuhr ich letzten Samstag noch mal die 550 Km lange Strecke nach Waischenfeld. Robert, Besitzer der Hammermühle und sehr selektiv bei der Ausgabe von Tagesscheine (nur 4 am Tag), hatte für seine – übrigens sehr schöne – Wiesentstrecke nur 1 Tagesschein für mich. An den anderen Tagen war ich an der Stadtstrecke von Waischenfeld und der stromaufwärts gelegenen Strecke von Nankendorf unterwegs.

Die Wiesent unterhalb der Holzbrücke in Nankendorf
Die Wiesent unterhalb der Holzbrücke in Nankendorf

Machen wir es kurz. Nach einem bewölkten Tag mit einem ordentlichen Ergebnis (16) und ein komplett verregneter Tag (9), erlebte ich am Dienstag, den 21. Juni – genau, der längste Tag – einen der schönsten Tage meines fast 40jährigen Fliegenfischerlebens. Ein Traum wurde wahr. Nach dem Regen am Montag mit verhältnismäßig wenig Aktivität an der Wasseroberfläche, war der Dienstag ein herrlicher Tag mit einem Schlupf, so wie ich es noch nie erlebt habe. Ich habe nicht nur das Fischen genossen, aber auch alles, was um mich herum passierte.

Alles auf einmal: Larvenhülse, Dun, Spinner, Spent
Alles auf einmal: Larvenhülse, Dun, Spinner, Spent

Ich habe vieles beobachten können: das Auskommen der Larven, das wirkliche Aufsteigen, die Dun-Phase, der Hochzeitstanz, das Ablegen der Eier und die Spentphase der Maifliegen.  Für Alle die ein Auge dafür haben, eine besondere Erfahrung. Ja, und gefischt habe ich natürlich auch. Jetzt folgte ich dem Rat meiner Freunde. Ich hatte die Gosling und die French-Partridge diesmal dabei und der Erfolg war komplett.

Ein Höhepunkt: der Hochzeitstanz
Ein Höhepunkt: der Hochzeitstanz

Ergebnis: 29 Bachforellen, die Größte 45 cm, viele größer als 30 cm. Es hätten noch mehr sein können. Ich konnte aber der Versuchung nicht widerstehen am Höhepunkt des Tages, den frühen Abendstunden, mehr als anderthalb Stunden meine eigenen Trockenfliegen zu fischen.  Das brachte zwar Fische aber weniger. Nachdem ich wieder auf die „irischen Favoriten“ gewechselt hatte, wurden die Anbisse wieder mehr und vor allem aggressiver.

Eine herrliche Bachforelle
Eine herrliche Bachforelle

Es wurde alles in allem ein unvergesslicher Tag und hoffe dies in Zukunft noch mal erleben zu dürfen. Ich wäre bereit… Mit den Erfahrungen aus 2011 im Gepäck, die richtigen Fliegen in der Schachtel und das Glück im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, kann ich diesen Supertag vielleicht noch mal toppen. Fortsetzung folgt also… 🙂 🙂 🙂

Nach getaner Arbeit: auf ein Bier mit Ralf (li.) und Jörg (re.)
Nach getaner Arbeit: auf ein Bier mit Ralf (li.) und Jörg (re.)

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