Meerforellenfrühjahrstour 2012

Auf Grund des Familiennachwuchses konnte ich in diesem Frühling leider nicht an die Ostsee fahren. Dennoch sprach ich viele Freunde und Bekannte die da waren. Die Ergebnisse fielen höchst unterschiedlich aus, aber die generelle Tendenz war doch eher, dass es schwierig war – zumindest mit der Fliege – an eine Forelle zu kommen. Rudy und Theo zum Beispiel waren auf Langeland und konnten erst in den letzten Stunden des Aufenthalts, als sich das Wetter einigermaßen beruhigte, einige kleinere Fische fangen. Andere, wie auch mein guter Freund Matthias gingen komplett leer aus.
Muss ich angesichts dieser negativen Erlebnisse froh sein, nicht gefahren zu sein? Jein, denn der Reiz ist so groß, dass ich trotz der schweren Bedingungen gerne meine Leine gestreckt hätte. Einer der auch an der Ostsee unterwegs war, ist Christoph Kleinbusch und er fasst seine diesjährigen Erfahrungen zusammen.

Ein Beitrag von Christoph Kleinbusch

Hatten wir nicht schon wunderbare Tage in diesem Frühjahr? Tage mit 20 Grad, strahlend blauem Himmel und so gut wie keinem Wind? Bei einem solchen Wetter überkommt mich immer der Drang an die Küste zu fahren und der Meerforelle nachzustellen…..Geplant war unsere Frühjahrstour bereits lange vor dem schönen Wetter, aber das Wetter steigerte die Lust zur Küste zu fahren nochmals enorm. An einem Mittwochnachmittag ging es für uns los zur Flensburger Förde. Das Fischen war über 3 Tage geplant. Wir, das waren 3 Spinnangler und ich als Fliegenfischer. Der Wetterbericht war alles andere als gut für uns. Das sonnige Wetter wich bewölktem Himmel mit starkem Wind und Böen. Also ein klassischer Wetterumschwung. Der Wetterumschwung ließ unsere Hoffnungen auf Fisch schrumpfen, aber egal, wir wollten schauen was da kommt.


Wir hatten uns eine Bleibe auf einem Campingplatz direkt an der Flensburger Förde ausgesucht. Für den Donnerstag hatten wir uns den „Hausstrand“ eingeplant. Der war für uns bequem zu Fuß zu erreichen und wir konnten uns sogar noch in der Wohnung umziehen, was für ein Komfort…..Nach einem ordentlichen Frühstück ging es zum Wasser. Das Wetter war, wie vom Wetterbericht angekündigt, umgeschlagen. Wir hatten eine Windstärke von 4 bis 5 mit Böen. Dazu kam der Wind aus Nord-West. Für uns stand somit der Wind auf unsere Angelufer. Ich suchte mir am „Hausstrand“ eine einigermaßen Windgeschützte Ecke, die Kollegen Standen teilweise mitten im Wind. Die Spinnangler machten sich auf Weitenrekorde beim Werfen aufzustellen während ich noch mit der Montage meine Fliegenrute beschäftigt war.  Da der Wind in der Bucht noch ein problemloses Werfen ermöglichte, montierte ich einen schwimmenden Schusskopf. Da ich schon lange nicht mehr mit der Fliegenrute los war, brauchte ich kurz Zeit um meinen Rhythmus zu finden. Die ersten Stunden tat sich nichts…..lediglich der Wind frischte immer weiter auf, so dass ich gezwungen war auf einen sinkenden Schusskopf umzusteigen. Gegen Mittag konnte Dirk die erste Meerforelle der Tour landen. Mit 52cm kein Riese, aber doch schon ein schöner Fisch. Die Forelle hatte sehr weit draußen gebissen, was für mich alles andere als gut war…..Die anderen Mitstreiter konnten kurz darauf auch ihre ersten Meerforellen landen. Alle Fische waren so um die 50 cm. Alle Anbisse erfolgten weit draußen. Der Wind frischte immer weiter auf, aber ich wollte nicht die Fliegenrute gegen eine Spinnrute tauschen….die anderen hielten mich zwar für verrückt aber mir war das egal. Mein Motto für die Tour war „Entweder ich fange eine Forelle mit der Fliege oder gar nicht!“. Die Kollegen konnten zwischenzeitlich weitere Fische landen und weitere Bisse konnten nicht verwertet werden. Es waren einige schöne und vor allem Dicke Fische dabei….nur für meinen Fliegen interessierte sich kein Fisch.
Kurz vor Ende des Fischens bekam ich dann endlich den lang ersehnten Biss…..aufgrund des Windes bekam ich den Anbiss nicht sofort mit und  so war der Drill nach kurzer Zeit schon wieder vorbei……
Danach wollten keine Fische mehr beißen und wir stellten das Angeln für den Tag nach 12 Stunden ein….


Die Wettervorhersage für den nächsten Tag war ähnlich wie für den Tag davor….es sollte etwas weniger Wind werden und ein bisschen mehr Sonne. Da wir am Hausstrand so erfolgreich waren entschieden wir uns heute wieder dort zu fischen. Am Wasser angekommen, gab es erst mal einen Dämpfer. Der lokale Fischer platzierte genau vor unserem Strand Netze…..Trotz der Netze blieben wir am Strand…..Zunächst tat sich nichts. Die Sonne kam raus und es war ein herrliches Wetter. Der Wind war nicht so stark wie am Tag zuvor und es war ein entspanntes Angeln mit der Fliege. Ich hatte mir einen Stein im Wasser gesucht. Durch den erhöhten Standpunkt hatte ich einen wunderbaren Überblick. Gegen Mittag konnte ich eine Forelle steigen sehen, der Fisch war vielleicht 4 bis 5 Meter von mir entfernt…….die Fliege landete im Wasser und sofort war der Fisch da. Ich konnte den Fisch beobachten wie er hinter meiner Fliege her schwamm….nur beißen wollte die Forelle aber aus irgendeinen Grund nicht……kurz bevor die Fliege bei mir war, bemerkte mich der Fisch und drehte ohne Anzubeißen vom Köder ab….. Weitere Fische ließen sich nicht blicken….Stefan konnte kurz darauf eine Forelle von 62cm landen. Ein toller Fisch……es dauerte nicht lange und er konnte die nächste Forelle von 67cm landen. Was für ein Tag für ihn….zwei so tolle Fische in nicht mal einer Stunde Abstand. Jürgen und Dirk hatten bis dahin nicht einen Fischkontakt. Nach den beiden Fischen von Stefan tat sich nichts mehr. Jürgen hatte gegen Abend noch das Glück des tüchtigen und er konnte noch eine Forelle erbeuten……für mich der zweite Tag ohne Fisch……aber es sollte ja noch ein Tag folgen…..

Die Wettervorhersagen waren für den Samstag alles andere als gut, Wind mit einer Stärke von 5 bis 6, Graupelschauer und ein Temperatursturz von ca.7 Grad…..
Aufgrund des Wetters, entschieden wir uns dazu die geplante Fahrt zur Kieler Bucht ausfallen zu lassen. Stattdessen ging es für uns noch mal an den Hausstrand…..gegen 08:30 Uhr waren wir am Wasser und es sah gar nicht so schlimm aus wie angekündigt….aber das änderte sich schlagartig. Der Wind frischte immer mehr auf, dass meine Fliege mir „auf halbem Weg“ eine Kehrtwende vollzog. Eine Windgeschützte Stelle war am gesamten Strand nicht mehr zu finden…….dennoch wollte ich das Fliegenfischen nicht aufgeben……Zu dem Wind kam dann auch noch Graupelschauer hinzu, sodass wir uns gegen 11:00 Uhr entschieden das Fischen abzubrechen. Dirk konnte bis dahin noch eine Forelle landen, somit konnte er die erste und die letzte Forelle unserer Tour landen.
Auch wenn ich selber keinen Fisch landen konnte, war es eine sehr schöne Tour mit guten Fischen….
Ich freue mich schon wieder auf die nächste Herbsttour wenn es für mich wieder heißt „Entweder ich fange eine Forelle mit der Fliege oder gar nicht!“

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