Salisbury, England, the cathedral and the river Avon |Bild: Paul Hermans

Auf dem Weg zu altem Glanz…

Ich weiß nicht, wie es euch Lesern geht, aber manchmal sieht man etwas vorbei „flitzen“ und direkt wird man davon gepackt, oder zumindest will man mehr davon wissen.
So passierte es mir vor kurzem, als ich einige Zeilen über ein Projekt in Südengland las: „The Avon Roach Project“. Nun kommt da einiges auf einmal zusammen, denn in diesem Namen befinden sich 3 Wörter, die – zumindest für mich – eine Bedeutung haben.
Der Reihe nach…

Salisbury, England, the cathedral and the river Avon |Bild: Paul Hermans
Salisbury, England, the cathedral and the river Avon (Bild: Paul Hermans) CC-BY-SA

Avon…
Besser gesagt, Hampshire Avon, denn es gibt in England z.B. auch noch die Warwickshire Avon. Die Hampshire Avon wurde früher oft in einem Atemzug genannt mit Test und Itchen. Letztere sind vor allem Fliegenfischern ein Begriff, wenn auch das Beangeln dieser Gewässer sich als nicht einfach herausstellt. Eine Angelerlaubnis zu erhalten ist sehr schwierig, und auch nicht ganz günstig. Auch die Avon ist ein Gewässer mit einem legendären Ruf. Laut Experten soll es sogar der Fluss in England mit der größten Artenvielfalt an Fischen sein. Im oberen Bereich, oberhalb von Salisbury, hat man gute Möglichkeiten mit der Fliege auf Salmoniden erfolgreich zu sein und auch Zuflüsse wie Wylye und Ebble sind Fliegenfischern nicht unbekannt.
Aber zurück zum Thema.

Rotaugen (Plötzen), (Rutilus rutilus)  (Bild: T.Voekler) CC-BY-SA
Rotaugen (Plötzen), (Rutilus rutilus) (Bild: T.Voekler) CC-BY-SA

Roach
Rotauge, Fisch meiner Jugend und nach wie vor für mich einer der schönsten Fischarten überhaupt und eine Fischart die man auch auf unterschiedlichste Art und Weise fangen kann, auch mit Fliege. Ob Sommer oder Winter: Rotaugen stellen immer eine Herausforderung dar. Und alle, die schon mal einen „Backstein“ (Kosename der Niederländer für richtig große Rotaugen ;-)) mit der Fliege verhaften konnten, wissen, wie viel Sport diese Fische an der Fliegenrute bringen.

roach_bob_james
Bild aus dem Begleitbuch zur Fernsehserie, das ich mit Widmung im Bücherregal habe. Bob James mit 2 Rotaugen aus dem Hampshire Avon. Im Hintergrund Hugh Miles, der Kameramann der Serie und des Beitrags zum Avon Roach Project.

Avon Roach
Flussname und Fischart zusammen sorgen wiederum für Erinnerungen. Und zwar an eine Fernsehserie Anfang der 90er Jahre. Die BBC strahlte damals eine 6-teilige Reihe namens „A Passion for Angling“ aus. In dieser Serie wurde das Angeln auf der Insel in seiner ganzen Pracht beleuchtet. In einer der Folgen (Autumn Glory, übersetzt Herbstpracht) erlebte Bob James, einer der „Moderatoren“ der Sendung, an der Hampshire Avon eine wahre Sternstunde und konnte eine große Menge an Rotaugen fangen, alleine 10 Stück davon mit einem Gewicht über 2lbs. Es war nicht so sehr die Menge der Fische, sondern die Schönheit der Fische und die ganze Atmosphäre drum herum, die mich damals tief beeindruckte. So wie die ganze Serie übrigens, gefilmt vom preisgekrönten Kameramann Hugh Miles, die sich u.a. auch noch mit dem Fischen auf Lachs in Schottland und Äschen in Südengland befasste. Für viele ist diese Serie nach wie vor das Beste, was es jemals zum Thema Angeln gegeben hat.

Project
Aber zurück zur Gegenwart. Und damit zum Projekt, denn leider hat sich die Situation über die Jahre verschlechtert. Dafür gibt es mehrere Gründe, u.a. das Aufkommen der Kormorane und Vernichtung des Lebensraumes, was zur Folge hatte, dass das Rotaugenvorkommen in der Hampshire Avon sehr stark zurück gegangen ist. Und nicht nur die Rotaugen, sondern auch Fischreiher, Eisvogel oder Otter sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Was tun in so einer Situation? Sich zurück zu lehnen und abzuwarten ist wohl eher keine Lösung, dachte sich eine Gruppe leidenschaftlicher Rotaugenangler und hat das „Avon Roach Project“ ins Leben gerufen. Mit Hilfe der Behörden wurde ein Zucht- und Besatzprogramm entwickelt, mit dem Ziel, eine sich selbst erhaltende Population zu kreieren. Natürlich nicht ohne Maßnahmen zur Förderung von Laichplätzen und vernünftige Strecken für die jungen Fische heranzuwachsen, um eine Überlebenschance zu haben und damit die Hampshire Avon wieder zu ihrem einstigen Ruf zu verhelfen, eines der besten und Artenreichsten Gewässer Englands zu sein.

In einem beeindruckenden Filmbeitrag von Hugh Miles, genau der…, wird gezeigt was dieses Projekt beinhaltet und wie man mit einem 10-Jahresplan versuchen möchte, die „good old days“ wieder zu beleben. Da kann man nur sagen: Respekt und viel Glück für die Zukunft. Die 16 Minuten sollte man sich echt mal nehmen, denn es ist ungemein interessant zu sehen, mit welchen Mitteln und unermüdlichem Einsatz das Projekt Form annimmt und erste Früchte der Arbeit sichtbar werden.

Mehr Info zum Projekt selber auch im Netz unter http://www.avonroachproject.co.uk

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