Ab in die Tiefen Irlands…

Hier fängt man Pollack bis 6 Pfund.
Hier fängt man Pollack bis 6 Pfund.

Während einer Reportage im Nordwesten Irlands geht es mit der Fliegenrute sehr flach, aber auch sehr, sehr tief. Bis zu 15 Meter, wie Rudy van Duijnhoven und Jos van der Wouw Ende August erleben durften.

Ein Beitrag von Rudy van Duijnhoven

Die großen Tiefen beziehen sich auf das Angeln auf Pollack in der Gegend um Belmullet. Zuerst vom Ufer in einem schmalen Durchgang, wo bei aufkommenden Wasser eine starke Gezeitenströmung entstand. Vom Parkplatz zu den Felsen waren es nur knappe 200 Meter, aber dennoch waren Markus Müller, Jos und meine Wenigkeit bis auf zwei weitere Sportangler, die einzigen Angler an dieser Stelle. Der Name Markus Müller ist vielen nicht unbekannt. Er arbeitet seit einigen Jahren für Inland Fisheries Ireland und hat uns ein Großteil der Woche als Guide begleitet. Er ist nicht nur sehr erfahren beim Fliegenfischen auf Lachs und Meerforelle, er kennt sich auch sehr gut im Fliegenfischen auf Hecht und im Meer aus.

Hotspot auf den Felsen.
Hotspot auf den Felsen.

Die Schnurkörbchen sind auf den rohen Felsen dringend nötig, wo die Fliegenschnur sonst bei jedem Wurf hängen bleibt. Die schnell sinkenden Schnüre erreichen anfangs sehr schnell den Gewässergrund. Das Wasser kommt gerade erst auf. Während des Einholens der ca. 10 Zentimeter langen Streamer, werden diese regelmäßig von tiefbraun gefärbten Pollacks verfolgt. Nach dem Setzen des Hakens ist es wichtig keine Schnur zu geben, denn wenn die Pollacks es schaffen die Felsen zu erreichen, wird die Vorfachspitze garantiert durchgeschnitten.

Wenn man vom Boot aus angelt, hat man den Vorteil, einen gehakten Fisch von Felsen und Grund wegziehen zu können. Sogar mit schnell sinkenden Schnüren ist man, was die erreichbare Tiefe angeht, sehr eingeschränkt. Bei einer durchschnittlichen Gezeitenströmung beträgt die maximale Tiefe circa 15 Meter. Zum Glück kommen die Pollacks noch einige Meter hoch, um sich einen Streamer zu schnappen.

Wenn der Kapitän die richtigen Stellen findet, ist "action" garantiert.
Wenn der Kapitän die richtigen Stellen findet, ist "action" garantiert.

Man ist also vom Kapitän abhängig, der die Stellen finden muss, wo das Wasser zehn bis fünfzehn Meter tief ist. Unserer kannte einige dieser Stellen und wir fingen zu Dritt an diesem Tag ca. 40 bis 50 Stück. Die schwersten Fische hatten ca. 6 Pfund, einige größere Exemplare gingen verloren, da diese mit unseren Ruten der Klassen 9 und 10 nicht zu halten waren.

Man kann also auch von etwas größeren Charterschiffen, die ja normalerweise fürs Angeln mit schwerem Blei oder Kunstköder benutzt werden, mit der Fliegenrute erfolgreich sein. Erfolgsmuster waren Clouser Minnow in vielen Farben und andere, gut beschwerte Muster. Bitte wohl berücksichtigen, dass man den einen oder anderen Streamer Neptun opfern muss, sprich: der Haken bleibt auch schon mal am Grund hängen.

Wir waren auch 2 halbe Tage am Carrowmore Lake, ein flacher See in der Nähe von Bangor. In der ersten Jahreshälfte werden hier sehr schöne Blanklachse, die vom Meer hochziehen, gefangen. Ab Juli wird hier eigentlich weniger gefischt, obwohl die Lachse natürlich nicht verschwunden, höchstens ein wenig mehr gefärbt sind. Außerdem hat man dann auch die Chance auf Meerforelle und Brown Trout.

Carrowmore Lake ist auffällig flach. Nirgendwo ist es tiefer als ca. 2 Meter. Bei Wind wirbelt der Sand am Boden schnell auf und das Wasser wird trübe. Man muss also schon ein Paar ruhige Tage erwischen um hier vernünftig Angeln zu können. Davon gibt es in Irland aber bekanntlich nicht unbedingt viele…

Bei ruhigem Wetter kann man am Carrowmore Lake hervorragend Angeln.
Bei ruhigem Wetter kann man am Carrowmore Lake hervorragend Angeln.

Auf dem See werden schwimmende und intermediate Schnüre der Schnurklassen 7 und 8 an 10 oder 11 Fuß lange Ruten eingesetzt. Die Vorfächer sind 3 bis 4 Meter lang und haben jeweils 2 Dropper. Insgesamt wird also mit 3 Lachs- oder Naßfliegen geangelt. Die Vorfächer werden aus 28er oder 30er Nylon, oder Fluorocarbon aufgebaut. Nach dem Wurf werden die Fliegen eingestrippt. Die Geschwindigkeit des Einholens ist dabei von der Driftgeschwindigkeit des Bootes abhängig. Einige Meter vorm Boot wird die obere Fliege durch das Anheben der Rute an die Oberfläche gebracht. Das Ziehen von Streifen mit der Fliege, sollte extra Fische anlocken.

Markus Müller mit seinem 7-Pfunder aus dem Carrowmore Lake.
Markus Müller mit seinem 7-Pfunder aus dem Carrowmore Lake.

Nach einer guten Stunde wusste ich einen Lachs von ca. 10 Pfund zu Haken. Ich drillte den Fisch – der einige tolle lange Runs machte – zum Boot. Leider war unser Guide etwas zu schnell beim Versuch den Fisch zu landen. Der Lachs war noch nicht ausgedrillt, tauchte unterm Netz ab und dabei blieb einer der Fliegen im Netz hängen… WEG war der Fisch! Kurz danach hakte Markus einen Lachs und dieser ca. 7 Pfund schwerer Fisch fand den Weg an Bord für einige nette Bilder.

Für den 2. Tag war mehr Wind vorhergesagt, aber am Morgen war es noch schön ruhig auf dem See. Der Wind hatte sich wohl gedreht und somit mussten wir unsere Drifts ändern. Als Wiedergutmachung für den verlorenen Lachs vom Vortag, hakte ich mit der oberen Lachsfliege an meinem Vorfach, eine sehr schön gezeichnete, dunkle Meerforelle mit einem Gewicht von ungefähr 2 Pfund. Meerforellen dieser Größe sind hier eher eine Ausnahme, das Durschnittsgewicht liegt bei ca. 3/4 Pfund.

Tief oder flach: die Fliegenrute erwies sich wieder als wunderbares „Mittel“, um schöne Fische im Nordwesten Irlands zu fangen.

Rudy's Wiedergutmachung: eine herrliche Meerforelle.
Rudy's Wiedergutmachung: eine herrliche Meerforelle.

Mehr Informationen:

The West End Bar (Angelscheine Lachs, Vermietung Angelboote)

– Seamus Henry

Main Street, Bangor

Co. Mayo, Irland

Tel. +353 97 83487

E-Mail: bangorerris@gmail.com oder info@bangorerrisangling.com

Webseite: http://www.bangorerrisangling.com

Hillcrest House B & B

– Evelyn Cosgrove

Main Street, Bangor

Co. Mayo, Ierland

Tel. +353 97 83494

E-Mail: hillcresthouse@eircom.net

Fähre P & O Ferries, Tel. 0180 500 7161 (0,14 €/Min)

Webseite: http://www.poferries.de

Fähre Irish Ferries, Webseite: http://www.irishferries.com

Inland Fisheries Ireland

– Markus Müller
Ardnaree House, Abbey Street
Ballina, Co. Mayo

Irland

E-Mail: markus.muller@fisheriesireland.ie

Webseite: http://www.fisheriesireland.ie

Webseite: http://www.mayo-ireland.ie

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